Stellungnahme Kreuzimpfungen

Impfstoffhersteller verweisen auf Zulassungsrichtlinien der COVID-19-Impfstoffe

Wien, 9. Juli 2021. Aufgrund der intensiven medialen Berichterstattung und Kommunikation unterschiedlicher Empfehlungen der letzten Tage und Wochen zum Thema Kreuzimpfungen bei COVID-19-Impfstoffen nimmt der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) dazu nun klar Stellung.

Im Hinblick auf das Ziel einer raschen Durchimpfung der Bevölkerung ist eine klare Information und Kommunikation notwendig, die möglichst wenig Verunsicherung mit sich bringt. Aus diesem Grund hat die europäische Zulassungsbehörde EMA auch einen strengen und eindeutig geregelten Zulassungsprozess, in dem mehr als 100 Expert*innen alle vorgelegten Daten eines Impfstoffes genau prüfen und beurteilen, ob dieser hoch qualitativ, sicher und wirksam ist. In der Zulassung selbst wird zudem klar festgelegt, wie diese Impfstoffe anzuwenden sind.
Die EMA hat bisher vier COVID-Impfstoffe zur Verwendung in der EU zugelassen. Jeder dieser Impfstoffe hat alle Entwicklungsstufen bestehend aus mehrphasigen Studien, Zulassungsverfahren und schlussendlich Genehmigung durchlaufen. Die erforderlichen Kriterien der Wirksamkeit und Sicherheit mussten klar nachgewiesen werden. Keiner dieser Impfstoffe wurde bisher für Kreuzimpfungen – egal welcher Art – zugelassen. Die Wirksamkeit und Sicherheit von heterologen Impfschemata wird derzeit in mehreren klinischen Studien geprüft. Alle bisherigen Studien sowie die Zulassung der einzelnen Hersteller zur primären Impfserie basieren allerdings auf einem homologen Impfschema ohne Wechsel des Impfstoffes. Wird davon abgewichen, handelt es sich um einen sogenannten „Off-Label-Use“, also eine Anwendung, die nicht der überprüften und genehmigten Verabreichungsform entspricht. Eine Off-Label-Anwendung ist zwar möglich, aber nur für Ausnahmefälle vorgesehen. Sie ist außerdem mit besonderen Auflagen, wie einer intensiven Aufklärung der zu impfenden Person, verbunden. Die Haftung liegt in diesem Fall beim* bei der Impfärzt*in. Als Impfstoffhersteller und Zulassungsinhaber können wir diese Vorgehensweise nicht unterstützen.

Rückfragehinweis:

Mag.a Uta Müller-Carstanjen
FINE FACTS Health Communication
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