FSME

Ganz Österreich ist Zecken-Endemiegebiet

Die Zeckengefahr ist nicht zu unterschätzen – und schon gar nicht in Österreich, das zur Gänze als FSME-Endemiegebiet gilt. Ausgelöst wird die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die schwerwiegendste von Zecken übertragene Krankheit, durch das FSME-Virus, das sich im Speichel mancher Zecken befindet. Antibiotika wirken nicht, da es sich um virale Erreger handelt. Die FSME-Impfung ist die einzige zuverlässige praktikable Methode, das Risiko in den Endemiegebieten vorsorglich zu minimieren.

FSME Fälle in Österreich - FSME Impfung reduziert Risiko

Die Erkrankung ist meldepflichtig und verläuft im typischen Fall in zwei Phasen. In der ersten Phase treten rund sieben Tage bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss grippeartige Beschwerden auf, die nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Bei etwa 5 bis 15 Prozent der Patienten kommt es nach einem beschwerdefreien Intervall zu einer zweiten Krankheitsphase mit Befall des zentralen Nervensystems. Bei schweren Verläufen können Lähmungen der Arme, Beine oder der Gesichtsnerven auftreten und zu bleibenden Behinderungen führen. Etwa ein Prozent der Patienten mit neurologischen Symptomen stirbt an FSME. Die FSME-Impfung ist die einzige zuverlässige praktikable Methode, das Risiko vorsorglich zu minimieren.

Zuletzt steigende Zahl der FSME-Fälle

Etwa ein bis drei Prozent der heimischen Zecken tragen das auslösende Virus in sich. Statistisch gesehen erkranken etwa 33 Prozent der Infizierten, womit etwa jeder 100. bis 300. Zeckenstich tatsächlich zu einer Infektion führt. 1999 wurden in Österreich 41 Fälle von FSME registriert, 2018 waren es wieder 154. Im Vergleich zu Vor-Impfzeiten, mit jährlich zwischen 280 und 700 registrierten FSME Erkrankungen, sind das vergleichsweise wenige. Die Zahl könnte aber noch deutlich niedriger sein, wenn sich alle Österreicher konsequent impfen ließen – unabhängig vom Alter. 2018 war der jüngste Patient drei Jahre alt, der älteste 85. Insgesamt waren mehr als die Hälfte der Betroffenen über 50, jedoch wurden auch 28 Kinder unter 15 Jahren wegen FSME im Spital behandelt.

Auffrischungsimpfung besonders wichtig

In Österreich ist die Durchimpfungsrate zwar grundsätzlich gut, dennoch sind viele Menschen nicht (mehr) im korrekten Impfschema. Doch nur dadurch kann der hohe Impfschutz von bis zu 99 Prozent gewährleistet werden, denn ist eine Zecke infiziert, überträgt sie das Virus unmittelbar nach dem Stich. Ein sofortiges Entfernen des Spinnentieres ist trotzdem wichtig, um andere Krankheiten wie Borreliose hintanzuhalten.

FSME-Impfung: Ganz Österreich ist Zecken-Endemiegebiet

Die tropische Riesenzecke, die 2018 vereinzelt in Deutschland und Österreich entdeckt wurde, kommt normalerweise in tropischen, beziehungsweise subtropischen Gebieten vor und gilt als Überträgerin des Krim-Kongo-hämorrhagischen Fiebers und des Zeckenfleckfiebers. Bei einigen wurden auch die Erreger des Zeckenfleckfiebers, nicht aber des Krim-Kongo-Fiebers gefunden.