Lebenslanges Impfen

Eine hohe Durchimpfungsrate schützt alle

Dass das Thema Impfen mit Ende der Pflichtschulzeit erledigt sei, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Es gibt überzeugende Argumente, auch als Erwachsener sich und seine Umgebung gegen impfpräventable Infektionen zu schützen. Zum einen muss der Schutz bei einigen Impfungen immer wieder aufgefrischt werden, zum anderen wird das Immunsystem mit fortschreitendem Alter schwächer, was allfällige Impfungen ratsam macht. Nicht zu vergessen: Eine hohe Durchimpfungsrate führt in vielen Indikationsfeldern zu einem Herdenschutz. Das wiederum bedeutet, dass wir als Gesellschaft alle geschützt sind, auch jene, die sich nicht impfen lassen können.

„Sind die Gratis-Kinderimpfungen einmal abgeschlossen, gibt es heute in der Gruppe der Erwachsenen fast gar keine flächendeckenden Maßnahmen mehr, um das Impfen zu fördern.“
Mag.a Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller
„Impfen sollte so selbstverständlich werden wie das Angurten im Auto, schließlich ist Impfen eine Art „Sicherheitsgurt für Infektionskrankheiten“.“
Dr.in Susanne Schmid, Fachärztin für Innere Medizin und Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV)
„Mit der „Apo-App Apotheken und Medikamente“ der Österreichischen Apothekerkammer lassen sich unter anderem Impfungen erfassen, außerdem erinnert sie rechtzeitig an notwendige Auffrischungen.“
Priv.-Doz. Mag. DDr. Philipp Saiko, Präsident der Landesgeschäftsstelle Wien der Österreichischen Apothekerkammer

Eine der wichtigsten Public-Health-Maßnahmen

Von einer lebenslangen Impfdisziplin profitiert nicht nur der Einzelne, sondern die Gesellschaft insgesamt. Je höher die Durchimpfungsraten, umso geringer ist die Gefahr, sich mit entsprechenden Krankheitserregern zu infizieren. Insbesondere genießen Kleinkinder, die zB noch nicht gegen Masern geimpft werden können, einen nicht zu unterschätzenden Schutz durch diese Herdenimmunität. Um den Schutz aufrechtzuerhalten, müssen die empfohlenen Auffrischungsimpfungen eingehalten werden.

Höheres Infektionsrisiko im Alter

Im fortgeschrittenen Alter wird das Immunsystem schwächer, wodurch die Gefahr steigt, an schweren Infektionen, wie Influenza, Pneumokokkenerkrankungen, Keuchhusten oder Gürtelrose zu erkranken. Zudem werden Spitalsaufenthalte bei älteren Menschen häufiger und damit auch das Risiko, sich mit „Krankenhauskeimen“ zu infizieren. Auch gehen viele chronische Erkrankungen mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher. Es gibt also eine ganze Reihe wichtiger Argumente für lebenslanges Impfen.

Altersspezifische Impfstoffe

Die Impfstoffhersteller sind sich bewusst, dass sie bei der Entwicklung neuer Impfstoffe auch auf die Bedürfnisse des alternden Immunsystems Rücksicht nehmen müssen. Speziell bei Influenza-Impfstoffen werden Ansätze verfolgt, diese für ältere Menschen zu optimieren. Aber auch in vielen anderen Bereichen wird nach Impfstoffen geforscht, die an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst sind (Kinderimpfstoff bei zB Influenza und FSME).