Pneumokokken

Pneumokokken sind Haupterreger für Lungenentzündungen, können aber auch zB Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen hervorrufen. 2019 wurden in Österreich 615 gefährliche invasive Pneumokokken-Fälle registriert; das sind Infektionen, bei denen die Erreger ins Blut übergehen. So viele wie noch nie. Die Vorbeugung durch eine Pneumokokken-Impfung ist möglich.

Pneumokokken-Impfung in Zeiten von COVID-19: Heuer wichtiger denn je

In der Hochphase der COVID-19-Pandemie war es oftmals schwierig, sich impfen zu lassen. Jetzt ist es dafür umso wichtiger, postulieren Vertreter*innen der öffentlichen Hand, Ärzt*innen und Apotheker*innen bei einer Pressekonferenz am 8. September. Das gilt speziell für Impfungen, die Infektionen der Atemwege und ihreFolgeerscheinungen verhindern. Zu diesen jährlich wiederkehrenden Infektionserkrankungen gehört unter anderem die bakterielle Pneumokokken-Lungenentzündung. Sie kann gerade bei älteren Personen und jenen mit chronischen Erkrankungen zu einem Spitalsaufenthalt, im schlimmsten Fall sogar zu einer Behandlung auf der Intensivstation und zum Tod führen. Kommenden Winter wird es aufgrund der gleichzeitig zu erwartenden Covid-19-Fälle umso relevanter sein, Lungenentzündungen so gut wie möglich zu verhindern. Im Unterschied zu SARSCoV-2 kann man sich gegen die wichtigsten Pneumokokken-Subtypen impfen lassen. Gerade wegen der niedrigen Durchimpfungsrate der letzten Jahre sollten Risikogruppen – also ältere Personen und chronisch Kranke – dies heuer verstärkt. Diese Impfung wird auch im österreichischen Impfplan empfohlen.

Besonders gefährdet: Kinder und ältere Menschen

Kinder unter fünf Jahren leiden unter den Pneumokokken oft in Form von Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder invasiven Pneumokokken-Erkrankungen, da ihr Immunsystem allein noch nicht in der Lage ist, Pneumokokken-Bakterien abzuwehren. Auch ältere Menschen (50+) sind anfälliger, da ihre Immunfunktion mit zunehmendem Alter schwächer wird. Ebenfalls zur Risikogruppe zählen Raucher oder Menschen mit krankheitsbedingt geschwächtem Immunsystem.

Vorbeugend impfen

Lungenentzündungen und andere durch Pneumokokken ausgelöste Infektionen sind zwar meist gut mit Hilfe von Antibiotika therapierbar, allerdings kann man sich angesichts steigender Resistenzen nicht immer auf Antibiotika verlassen. Pneumokokken treten in unterschiedlichen Varianten (Serotypen) auf. Die derzeit verfügbaren Impfstoffe decken einen Großteil der 2017 in Österreich identifizierten Serotypen ab.  Daher lässt sich das Risiko einer durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündung durch eine vorbeugende Impfung deutlich verringern.